Zu Gast im Silicon Wadi / Tel Aviv - gugler* brand & digital

Zu Gast im Silicon Wadi / Tel Aviv

3. Juni 2019

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Gruppenbild im Freien, Delegation aus Östereich bei der Konferenz Access Israel

Eine ungewöhnlich sinnvolle Konstellation:
Wenn sich prominente Vertreter von Disability-Organisationen mit Politikern, Journalisten und Wirtschaftstreibenden in Tel Aviv treffen, dann entsteht eine perfekte Symbiose aus Technologie und inklusiven Bedürfnissen.

Israel ist in den letzten Jahren zu einem Hotspot von innovativen Start-ups und Hochtechnologieunternehmen geworden. Ähnlich dem Silicon Valley im US-Bundesstaat Kalifornien ist unter dem Synonym Silicon Wadi (ausgetrocknetes Flussbett) in einem Gebiet in der Nähe von Tel Aviv eine hohe Konzentration an Tech-Firmen entstanden. Israels höchst erfolgreiche Start-up-Szene gehört mittlerweile zur zweitgrößten der Welt. Ein Beispiel ist Mobile Eye, Weltmarkführer für die Herstellung von Fahrerassistenzsystemen. Aber auch im Bereich der Accessibility und assistiven Technologien, sowie bei Behelfen und Apps für Menschen mit Behinderungen ist Israel zum Vorzeigeland geworden. Ein gutes Beispiel ist die Orcam für blinde Peronen.

Accessibility goes international:

Auf der Suche nach internationalen Kooperationspartnern und zur Vernetzung mit ausländischen Organisationen und Persönlichkeiten der Disability-Branche durfte ich auf der heurigen Konferenz “Access Israel” in Tel Aviv teilnehmen. Organisiert wurde die Austrian Showcase „Accessibility Technology & Innovation“ von der Hilfsgemeinschaft der Blinden und Sehschwachen Österreichs und der Österreichischen Außenwirtschaftskammer (AußenwirtschaftsCenter Tel Aviv).

Die jährliche Konferenz “Access Israel” vernetzt diese Innovationen mit internationalen Vertretern und Experten von Verbänden, Organisationen und Unternehmen im Disability-Bereich.

Die Delegation aus Österreich war mit 22 TeilnehmerInnen die größte bei dieser Konferenz. Dicht gefolgt von den Amerikanern mit Disability-Beauftragten großer amerikanischer Städte und Museen sowie die Christopher Reeve Foundation und eine große Abordnung von google. Weitere Vortragende kamen aus der ganzen Welt von Australien bis Chile, u.a. TED Speaker Caroline Casey, James Thurston und Christopher Lee von G3ict (Global Initiative for Inclusive ICTs) sowie auch internationale Journalisten.

Ziel der Reise war es österreichischen Unternehmen eine Vernetzungsplattform zu bieten und am Spirit in Israel teilhaben zu lassen. Mit dabei waren Klaus Höckner & Elmar Fürst (Hilfsgemeinschaft), Wolfgang Leitner, Franz-Joseph Huainigg (eh. Nationalratsabgeordneter, jetzt ORF), Martin Essl & Michael Pichler (Essl Foundation), Hannes Hofer (MVG), Sabine Lobnig (Mobile & Wireless Forum), Rupert Corazza (Schulinspektor für Inklusion in Wien), österreichische Start-ups u.v.m.

Gruppenbild im Freien, Delegation aus Österreich

Empfangen wurde die Delegation vom österreichischen Botschafter in Israel Martin Weiss und dem ORF-Korrespondenten Roland Adrowitzer (der ORF berichtete) sowie den Gründern von Access Israel Yuval Wagner, Michal Rimon und Rani Benjamini. Neben Vernetzungsmöglichkeiten unter den israelischen und internationalen TeilnehmerInnen fand auch ein spezielles Tech-Speeddating mit innovativen Start-ups in der Zentrale von google Israel statt.

4 Personen lachend, Werner Rosenberger, Wolfgang Leitner mit Botschafter Martin Weiss und ORF-Korrespondent Roland Adrowitzer

Eine barrierefreie Führung durch die über 4000 Jahre alte Stadt Jerusalem stellte die Organisatoren vor eine besondere Herausforderung. Ca. 80 Gäste, teils gehörlos, blind oder im Rollstuhl flanierten durch die engen Gassen. Alle kamen am Ende der 4-stündigen Führung bei der Klagemauer sicher an.

Hochachtung und tausend Dank an die Organisatoren dieses außergewöhnlichen Events, an Access Israel für die perfekte Planung und Abwicklung, das tolle Rahmenprogramm und die herzliche Aufnahme! Die letzten Tage waren extrem bereichernd und inspirierend. Israel ist wirklich eine Reise wert.

Für die Initiative WACA (wo auch gugler* Mitglied und Gründungsmitglied ist) war diese Reise sehr gewinnbringend, nicht nur aufgrund der neuen Kontakte und unzähligen Gespräche, sondern vor allem aufgrund der internationalen Anerkennung, die ich für das Projekt erfahren habe. Es gibt noch sehr wenige Länder, in denen eine Zertifizierung von barrierefreien Websites nach internationalen Standards so professionell und qualitativ hochwertig umgesetzt worden ist. Allein die Lösung des WACA-Labels als dynamisches JavaScript-Snippet zur Steuerung von der Zertifizierungsstelle aus und die strikte Konformität an die internationalen WCAG-Richtlinien gibt es vergleichsweise am europäischen Markt nur in Spanien. Einzigartig ist auch das Abstufungssystem in 3 unterschiedlichen Qualitätsstandards, Gold – Silber – Bronze, damit auch Bemühungen in Richtung Web Accessibility ausgezeichnet werden können.

Tragen wir WACA auf internationales Niveau und skalieren wir es, damit auch weltweit tätige Konzerne in jedem Land die selben Bedingungen und Anforderungen für eine Zertifizierung vorfinden. Damit das Internet für jeden zugänglich wird und niemand von Informationen und Dienstleistungen im Web ausgeschlossen wird!

ca. 60 Personen, Gruppenfoto mit TeilnehmerInnen von Access Israel vor der Klagemauer in Jerusalem
Werner Rosenberger

Über Werner Rosenberger

Masterstudium Unternehmenskommunikation & Integrierte Kommunikation an der Donau Universität Krems. Bei gugler* Produktmanager, zuständig für barrierefreie Websites, interne Projekte und Kundenbetreuung. Ehrenamtlich in NPOs – vernetzter Denker, weltoffen und tolerant.

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