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EU Directive 2102: Barrierefrei muss sein

26. September 2018

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Bilder Mensch sitzt vor dem Computer und ist enttäuscht, dass es auf der besuchten Website Barrieren gibt

Inklusion im Internet – öffentliche Stellen sind gefordert.

Während in so manchem Zukunftsplan für die Festung Europa wieder Mauern hochgezogen werden, trat dieser Tage eine Verordnung in Kraft, die Barrieren für Menschen mit Beeinträchtigungen konsequent aus dem Weg räumt. Entsprechend der EU Directive 2102 sollten öffentliche Stellen mit 23. September gesetzlich verpflichtet sein, sämtliche Online-Services barrierefrei anzubieten.

zum Erklärvideo

Die österreichische Regierung hat es zwar nicht ganz geschafft, den vorgegebenen Zeitplan einzuhalten. Dennoch darf man zuversichtlich darauf hoffen, dass es auch hierzulande bald ein Gesetz gibt, das den barrierefreien Zugang zu allen Online-Services öffentlicher Stellen gewährleistet. Ein wichtiger Schritt der sicherstellt, dass in unserer Gesellschaft keine digitale Kluft aufgeht – zwischen Menschen ohne Beeinträchtungen und Menschen, denen die Nutzung digitaler Angebote durch individuelle Einschränkungen erschwert wird. Und dabei reden wir nicht von einer kleinen Randgruppe, sondern von nahezu 15% der heimischen Bevölkerung, also immerhin 1,8 Millionen Menschen.

Essentiell für 10%, komfortabel für 100%.

Entgegen weit verbreiteter Vorstellungen bieten barrierefreie Websites keinesfalls ein eingeschränktes Nutzererlebnis. Im Gegenteil – mehr als bei jedem anderen Webprojekt zielt Accessibility immer auf das bestmögliche Nutzererlebnis. Grundlegend dafür sind die folgenden vier Prinzipien:

  1. Wahrnehmbarkeit. Informationen und Bestandteile der Benutzerschnittstelle müssen den Benutzern so präsentiert werden, dass diese sie wahrnehmen können.
  2. Bedienbarkeit. Bestandteile der Benutzerschnittstelle und Navigation müssen bedienbar sein.
  3. Verständlichkeit. Informationen und Bedienung der Benutzerschnittstelle müssen verständlich sein.
  4. Robustheit. Inhalte müssen robust genug sein, damit sie zuverlässig von einer großen Auswahl an Benutzeragenten einschließlich assistierender Techniken interpretiert werden können.

Erfreulicher Nebeneffekt: Wer sich an diesen Prinzipien orientiert, schafft damit gleichzeitig die besten Voraussetzungen für eine erfolgreiche Zertifizierung mit dem Web Accessibility Certificat Austria (WACA).

And last but not least.

Menschen lieben Unternehmen, die auch für die Gesellschaft Nutzen stiften. Marketer lieben Touchpoints, die für alle potenziellen Kunden erreichbar sind. Und Google Crawler lieben Seiten, die sauber strukturiert und reich an Alternativ-Texten sind. Woraus man zweifelsfrei schließen kann: Barrierefreie Websites performen besser.

Auch Agenturleiter Martin Weber empfiehlt, das Thema Web Accessibility nicht ausschließlich unter sozialen Gesichtspunkten zu betrachten: ” Wenn man bedenkt, dass europaweit 80 Millionen Menschen mit Einschränkungen leben wird klar, dass barrierefreie Websites und Apps auch wirtschaftlich Sinn machen.”

Wer wissen will, welche konkreten Tasks für ein Barrierefrei-Update der eigenen Website zu erledigen sind, macht am besten einen WebAccessibility-Check.

Erklärvideo WebAccessibility: zum Video
EU Directive 2102: zur EU Directive 2102
Web Accessibility Certifikate Austria (WACA): https://waca.at

Gerald Lauffer

Über Gerald Lauffer

Brennt für Brand Storytelling. Übersetzt Markensprech in Userrelevantisch. Begeistert sich für Strategien und Ideen, die mit geringem Aufwand viel bewegen. Findet Kaffeehäuser inspirierender als Kreativ-Jahrbücher. Lernt als Digital Migrant jeden Tag etwas Neues dazu. Leidet an chronisch unterversorgten Akkus.

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