Barrierefrei und trotzdem schön. - gugler* brand & digital

Barrierefrei und trotzdem schön.

Bild eines Mannes der ein iPad hält, auf dem Bildschirm ist ein rot-grün-gefärbtes Bild zu sehen, als Hinweis auf rot-grün-Sehschwäche. Am Rand die Symbole für Barrierefreiheit, Blindheit, Taubheit.

Wir räumen mit den zwei beliebtesten Vorurteilen auf und beantworten sechs häufig gestellte Fragen zu barrierefreien Websites.

Vorurteil 1: Barrierefreie Websites sehen mies aus, oder?

Stimmt nicht. Es gibt zwar einige grafische Grundsätze, die bei der barrierefreien Umsetzung eingehalten werden müssen, diese fördern aber durchgehend die gute Wahrnehmung, Lesbarkeit und Verständlichkeit Ihrer Seite. Abgesehen davon sind beim Design keine Grenzen gesetzt. Die Zeiten von blinkender Laufschrift und winkenden GIFs sind zum Glück vorbei; und form follows function, würden wir meinen. Wir kennen keinen Kunden, der wegen eines besonderen Designs Einbußen bei der Wahrnehmbarkeit oder Verständlichkeit seiner Botschaft riskieren würde. Selbst bei sehr besonderen, künstlerisch-visuell gestalteten Seiten gibt es gute Möglichkeiten, Barrieren durch gut gemachte alternative Inhalte abzubauen. Das gleiche gilt für Multimedia-Inhalte. Videos werden z.B. durch Untertitel barrierefrei.

Was bedeutet barrierefrei bei einer Website?

  • Der technische Aufbau der Seite folgt den Richtlinien der internationalen Web Accessibility Initiative (WAI), den sogenannten Web Content Accessibility Guidelines (WCAG 2.0). Das beinhaltet z.B., dass alle Funktionen der Seite mit der Tastatur steuerbar sind, die Seite von einer Vorlese-Software korrekt vorgelesen werden kann oder Benutzer beim Navigieren und sich zurechtfinden auf der Seite unterstützt werden.
  • Die Seite ist grafisch so optimiert, dass man alles gut sehen und wahrnehmen Es werden keine Gestaltungselemente verwendet, die verhindern, dass jemand, der schlecht sehen oder nicht gut lesen kann, die Inhalte konsumieren kann. Das betrifft z.B. den Kontrast von Text und Hintergrund, das Verzichten von Texten direkt in Bildern oder die Auswahl von bestimmten Schriftgrößen und Schriften, die einfach zu lesen sind.
  • Die Inhalte werden so aufbereitet, dass sie einfach lesbar und leicht verständlich Kürzere statt längere Sätze, einfache Sprache statt komplizierte Formulierungen.

Mehr Infos zu barrierefreien Bestandteilen gibt es hier bei gugler* unter Barrierefreiheit (inkl. Download Whitebook „Barrierefreiheit“)

Vorurteil 2: Meine Zielgruppe braucht keine barrierefreie Website, oder?

Das glauben wir nicht. Ohne barrierefreie Website schließen Sie mit großer Sicherheit einen Teil Ihrer Kunden aus. Ihre Zielgruppe wächst potenziell, sobald Sie Barrieren auf Ihrer Website entfernen. Allein in Österreich leben 1,7 Millionen Menschen zeitweise oder dauerhaft mit körperlichen, psychischen und neurologischen Einschränkungen. Und bedenken Sie, dass auch Ihre Kunden immer älter werden. In Regionen mit schlechter Internetanbindung sind Sie mit einer barrierefreien Website leichter erreichbar, da solche Seiten hinsichtlich Ladezeiten stark optimiert sind.

Für wen mache ich meine Website barrierefrei?

Erklärungen des Begriffs Barrierefreiheit beinhalten meistens Phrasen wie „für Menschen mit besonderen Bedürfnissen“ oder „Personen mit Einschränkungen“. Hier eine kurze Auswahl, was im Klartext damit gemeint ist:

  • Menschen, die schlecht oder gar nicht sehen oder hören können.
  • Menschen, die farbenblind sind, nicht gut lesen können oder nur einfache Sprache verstehen. Von den Richtlinien nicht eingeschlossen, aber im weiteren Sinn auch betroffen, sind Menschen die unsere Sprache nicht gut beherrschen.
  • Menschen mit eingeschränkter Mobilität, die andere Steuergeräte als Maus und/oder Tastatur benutzen.
  • Menschen mit Lernbehinderungen, Einschränkungen beim Wahrnehmen und Erkennen von Inhalten, Sprachbehinderungen oder Überempfindlichkeit gegenüber Lichtreizen und wechselnden Hell-Dunkel-Kontrasten.

Die Beseitigung von Barrieren hat noch mehr Vorteile:

  • Suchmaschinen beurteilen barrierefreie Websites besser. Der präzise technische Aufbau führt zu einer besonders sauberen und eindeutigen Struktur. Suchmaschinen lieben das.
  • Barrierefreies Coding führt zu sauberen Strukturen, das spart langfristig Zeit und Geld bei der Wartung und Weiterentwicklung der Seite. Entwickler lieben das.
  • In bestimmten Situationen profitieren alle User von barrierefreien Seiten. Wenn Sie unterwegs keine Kopfhörer mithaben, können Sie ein barrierefreies Video ohne Ton ansehen und die Untertitel lesen. Oder Sie wollen beim mobilen Surfen ohne WLAN die Datenmenge klein halten? Kein Problem, im Modus ohne Bilder sehen Sie die alternativen Beschreibungen und können entscheiden, bevor Sie einen Inhalt herunterladen.
  • Die verbesserte Zugänglichkeit und Auffindbarkeit der Seite führt direkt und indirekt dazu, dass die Seite häufiger besucht wird. Sind Besuche auf Ihrer Seite für Ihr Geschäftsmodell relevant, erhöht die Barrierefreiheit Ihre Erfolgschancen.

Wie barrierefrei ist meine Website?

Mit gratis Onlinetools wie WAVE kann man sich einen ersten Eindruck davon verschaffen, wie viele Hürden eine Website enthält. Die kostenlosen Checks liefern eine Liste mit möglichen Fehlerquellen, mit der man sich einen ersten Eindruck verschaffen kann. Für eine gültige Bewertung empfehlen wir einen professionellen Barrierefreiheits-Check. Ohne einen Blick in den Code kann man den Status der Seite nicht richtig einschätzen. Die Ergebnisse eines ersten Online-Checks werden so durch eine geschulte Person in das richtige Verhältnis gesetzt. Oft weichen die Tests in der Genauigkeit ab, da der Test-Bot nicht eindeutig feststellen kann, ob ein Fehler im Code oder im Design liegt.

Was kostet die Umsetzung einer barrierefreien Seite?

Bei neu entwickelten Websites kann die Barrierefreiheit von Anfang an mitgedacht werden. Die Kosten unterscheiden sich dann kaum. Auf den Preis einer neuen Website kommen eine Handvoll Stunden für zusätzliche Testings mit spezieller Software und zusätzlichen Geräten. Bei einem Umbau von bestehenden Seiten hängt der Aufwand vom bestehenden System ab. Fragen Sie uns, wir sehen uns Ihre Seite gerne an.


Kann das jeder?

Jein. Inhaltliche Anpassungen, die Verständlichkeit und Lesbarkeit verbessern sind relativ leicht umsetzbar. Schwieriger wird es, wenn die Barrieren im Code oder im Design liegen. Viele Parameter sind mit freiem Auge nicht erkennbar. Für eine aussagekräftige Analyse und korrekte Umsetzung empfehlen wir ausgebildete Fachleute. Im gugler*-Team gibt es für diese Aufgaben eine Spezialistin. Stephanie Jagl-Posch ist zertifizierte Web-Accessibility-Expertin, eine von bisher erst zweien in Niederösterreich.

Wie werden barrierefreie Websites getestet?

gugler* brand & digital arbeitet mit Personen zusammen, die Aufgrund einer Einschränkung selbst auf barrierefreie Websites angewiesen sind. Ein Real-Life-Test sozusagen. Wir geben Ihre neue barrierefreie Website zum Beispiel einer blinden Person zum Testen. Wenn der Testkandidat sich gut zurechtfindet und die Website mit seinen Hilfsmitteln ohne Einschränkung bedienen kann, haben Sie den Test bestanden.

Zugang für Alle!

gugler* ist Mitglied bei Accessible Media und Teil einer Arbeitsgruppe (u.a. mit OCG, Johannes-Kepler Universität Linz, Hilfsgemeinschaft der Blinden und Sehschwachen Österreichs, myAbility Social Enterprise, Verein Accessible Media) die an einer Zertifizierung barrierefreier Webseiten arbeitet.

Links zu barrierefreien Seiten, entworfen & entwickelt von gugler* brand & digital:

Andrea Buhl

Über Andrea Buhl

Spielte schon als 4-jährige am liebsten knifflige Adventures, spricht viele Formen von digital-Sprachen zwischen Kreation, Entwicklung und Kunden. Probiert gerne neue Tools aus und mag es gerne, wenn sich viel tut.

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